Zukunft Personal 2026: Was HR aus Köln für das Gesundheitswesen mitnehmen kann
Ein Tag Zukunft Personal Europe 2026 in Köln liegt hinter uns – am Dienstag, den 15. September, mit vielen Gesprächen, neuen Impulsen und einer Frage, die sich durch zahlreiche Themen gezogen hat:
Wie arbeiten Mensch und Technologie künftig wirklich sinnvoll zusammen?
Die Messe hat deutlich gemacht: Die Zukunft von HR entscheidet sich nicht allein an der Frage, welches Tool als Nächstes eingesetzt wird. Entscheidend ist, ob Technologie dabei hilft, bessere Entscheidungen vorzubereiten, Prozesse verständlicher zu machen und mehr Zeit für die Menschen zu schaffen.
Team Human × AI
Das Leitmotiv Team Human × AI passt deshalb sehr gut zu den aktuellen Herausforderungen im Recruiting.
Künstliche Intelligenz kann Informationen strukturieren, Prozesse unterstützen und dabei helfen, passende Profile gezielter zu identifizieren. Sie kann aber kein persönliches Gespräch ersetzen. Sie kennt nicht automatisch den Arbeitsalltag eines Teams, die tatsächlichen Anforderungen einer Praxis oder die Erwartungen eines Menschen, der sich beruflich verändern möchte.
Gerade im Gesundheitswesen bleibt diese menschliche Einordnung entscheidend.
Was auf der Messe besonders deutlich wurde
Zum Auftakt gab für uns Wolfgang Brickwedde vom ICR (Institute for Competitive Recruiting) mit aktuellen Trends, Insights und Auswertungen den passenden Einstieg. Eine zentrale Botschaft: Fach- und Führungskräfte fehlen weiterhin, gleichzeitig wächst durch KI-gestützte Bewerbungsprozesse die Zahl der eingehenden Bewerbungen spürbar. Wie lassen sich unter vielen Bewerbungen die wirklich passenden Kandidat:innen erkennen? Und wie baut man dafür hybride Teams aus Mensch und KI auf?
In vielen weiteren Gesprächen ging es um Skills, moderne HR-Prozesse und die Frage, wie Unternehmen in einem angespannten Arbeitsmarkt gute Menschen erreichen und langfristig binden können. Dabei reicht es nicht, möglichst viele Profile sichtbar zu machen. Es kommt darauf an, relevante Fähigkeiten zu erkennen, fachliche Anforderungen richtig einzuordnen und die Perspektive der Kandidat:innen ernst zu nehmen.
Candidate Experience beginnt nicht erst beim Bewerbungsgespräch. Sie zeigt sich bereits in der ersten Ansprache, in der Klarheit des Prozesses und in der Frage, ob Rückmeldungen verbindlich und persönlich erfolgen.
HR, KI und Persönlichkeit – zu Besuch bei KIHRa
Ein Highlight war für mich erneut der Austausch mit Dirk Linn und seinem Team von p-manent consulting GmbH, die ich seit 2014 aus einem gemeinsamen Projekt kenne. Auf der Zukunft Personal ist Dirk für mich längst eine prägende Figur – nicht nur wegen seines hohen Wiedererkennungswertes, sondern vor allem wegen seiner Impulse für HR und KI.
Dieses Mal durfte ich KIHRa, den KI-Avatar des Teams, noch einmal anders kennenlernen: in einer eigenen Box, die Dirk und sein Team entwickelt haben. KIHRa kann Unternehmen rund um die Uhr als digitale Ansprechpartnerin unterstützen – ein greifbares Beispiel dafür, wie praxisnah die Verbindung von Technologie und persönlicher Ansprache inzwischen geworden ist.
Genau darin liegt für mich der eigentliche Punkt: Ein digitaler Assistent kann Fragen rund um die Uhr entgegennehmen und Prozesse erleichtern. Er ersetzt aber nicht die Menschen, die am Ende entscheiden, beraten und Verantwortung übernehmen. Gute HR-Technologie unterstützt – sie übernimmt nicht das Steuer.
Der Blick zu rexx systems
Ein Besuch am Stand von rexx systems aus Hamburg darf bei keinem ZPE-Besuch fehlen. Natürlich war ich gespannt auf das kommende Pioneer-Update und konnte es mir zum ersten Mal live anschauen. Visualisierung und vor allem Performance werden für die Nutzer:innen einen deutlichen Sprung nach vorne machen.
Besonders gefreut habe ich mich über die Begegnungen mit Felix Köhnecke, mit dem ich aktuell gemeinsam in einem Projekt arbeite, und mit Bernd Michaelis-Hauswaldt. Er war mein erster Kontakt mit rexx auf der ZPE 2014.
Danke Felix und Michael für den Schnack vor Ort 🙂
Was bedeutet das für Praxen, MVZ und Kliniken?
Die Impulse aus Köln lassen sich direkt auf das Recruiting im Gesundheitswesen übertragen:
- Welche Fähigkeiten braucht ein Team wirklich?
- Wie erleben Kandidat:innen den ersten Kontakt mit dem Arbeitgeber?
- Passt das Arbeitgeberversprechen zum tatsächlichen Arbeitsalltag?
- An welchen Stellen kann Technologie unterstützen?
- Wo braucht es weiterhin persönliche Einordnung und Verantwortung?
Gerade bei Physiotherapeut:innen, medizinischen Fachangestellten, Sportwissenschaftler:innen, Ergotherapeut:innen und Fachärzt:innen für Orthopädie zählt nicht nur ein passender Lebenslauf. Es geht auch um Arbeitsweise, Erwartungen, Teamkultur und die Frage, ob zwei Seiten langfristig zueinander passen.
Mein Fazit
Die Zukunft Personal 2026 hat für mich erneut gezeigt: Gute Personalarbeit wird nicht dadurch menschlicher, dass sie auf Technologie verzichtet. Sie wird menschlicher, wenn Technologie sinnvoll eingesetzt wird und dadurch mehr Raum für gute Gespräche, klare Entscheidungen und persönliche Begleitung entsteht.
Bei hirexperts verbinden wir digitale Unterstützung mit persönlicher Personalvermittlung im Gesundheitswesen. Denn gute Vermittlung beginnt nicht mit möglichst vielen Profilen, sondern mit dem Verständnis dafür, welche Menschen und welche Teams wirklich zusammenpassen.
Gemeinsam mit meiner Kollegin Cindy habe ich mir auf der ZPE 2026 bewusst Zeit für Gespräche, Vorträge und neue Impulse genommen – seit 2014 für mich ein Pflichttermin. Danke an alle Speaker und Aussteller vor Ort. Bis 2027 in Köln.
Good to know:
Die Zukunft Personal Europe ist die größte Fachmesse für HR im deutschsprachigen Raum. Offizielle Informationen zu Termin, Ort und Rahmenprogramm gibt es auf zukunft-personal.com.
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